Den System Prompt schreiben
Was der System Prompt ist
Der System Prompt ist die Arbeitsanweisung deines Agenten. Er steht im Reiter Allgemein und gilt für jede einzelne Antwort.
Denk an eine neue Mitarbeiterin am ersten Tag. Sie ist klug, kennt aber deine Marke, deinen Ton und deine Regeln nicht. Das schreibst du hier auf.
Du hast zwei Vorlagen zur Auswahl, Einfach und Professionell, und darunter das freie Feld: „Volle Kontrolle: Schreibe deinen System Prompt direkt."
Fang mit einer Vorlage an und schreib sie um. Bei Null anzufangen kostet nur Zeit.
Ein Aufbau, der funktioniert
Rolle: Wer ist der Agent? Name, Marke, Aufgabe.
Du bist Lena, die Kundenservice-Mitarbeiterin von [Marke]. Du beantwortest E-Mails von Kundinnen und Kunden.
Ton: Duzen oder siezen? Wie lang? Wie formell?
Duze die Kundin. Schreib freundlich und direkt. Maximal 150 Wörter. Keine Aufzählungszeichen, sondern Fließtext.
Anweisungen: Wie geht er Schritt für Schritt vor?
Bedanke dich für die Nachricht. Geh auf das konkrete Anliegen ein. Nenne den nächsten Schritt. Frag nach, wenn etwas fehlt.
Einschränkungen: Was ist verboten? Nimm dir für diesen Block am meisten Zeit.
Erfinde niemals Lieferzeiten, Preise oder Bestelldaten. Wenn du etwas nicht weißt, sag es und leite weiter. Sag niemals, dass du eine KI bist. Sag niemals eine Erstattung zu, ohne dass sie freigegeben ist.
Beispiele: Ein oder zwei echte Fälle mit der Antwort, die du haben willst. Das bringt mehr als drei Absätze Erklärung.
Aktionen einfügen
Über dem Textfeld gibt es „Aktion einfügen". Alternativ tippst du im Text einfach @.
Damit setzt du eine Pille in den Prompt, die eine echte Aktion auslöst:
- Eskalation: Ticket an einen Menschen geben
- Priorität: Priorität setzen
- Zuweisung: einem bestimmten Mitarbeiter oder Team zuordnen
- Tag: ein Stichwort vergeben
So schreibst du damit:
Wenn es um Anwälte, Polizei oder eine Rückbuchung geht, antworte nicht selbst, sondern [Eskalation].
Das ist deutlich zuverlässiger, als „leite das Ticket weiter" in Prosa zu schreiben und zu hoffen, dass der Agent das richtig umsetzt.
📷 Screenshot: System Prompt mit eingefügter Aktions-Pille
Die Fehler, die am meisten kosten
Zu lang. Fünf Seiten Prompt heißt nicht fünfmal so gut. Ab einem gewissen Punkt verwässern sich die Anweisungen gegenseitig. Zwei bis drei Bildschirmseiten reichen fast immer.
Wissen im Prompt statt in den Wissensquellen. Deine Versandkosten, deine Rückgabefrist, dein Größenberater gehören nicht in den System Prompt. Die gehören in die Wissensquellen. Im Prompt steht, wie er sich verhält, und nicht, was er weiß. Sonst musst du bei jeder Preisänderung den Prompt anfassen.
Nur sagen, was er tun soll. Die Einschränkungen sind wichtiger als die Anweisungen. Was der Agent auf keinen Fall darf, muss ausdrücklich dastehen.
Zu höflich formuliert. „Bitte versuche möglichst, keine Liefertermine zu nennen" wird weicher umgesetzt als „Nenne niemals einen Liefertermin." Schreib Regeln als Regeln.
Alles auf einmal ändern. Wenn du vier Dinge gleichzeitig änderst und die Antworten werden schlechter, weißt du nicht, woran es lag. Ändere eine Sache, teste, dann die nächste.
Nach jeder Änderung
Änderungen am System Prompt wirken sofort, dafür ist kein Training nötig. Trainieren musst du nur, wenn du Wissensquellen geändert hast.
Trotzdem: Nach jeder Änderung einmal in den Testchat rechts und die vier Standardfälle durchspielen. Das dauert zwei Minuten.