Kundenoptionen: Was der Kunde im Portal wählen darf
Einstellungen → Kundenportal → Kundenoptionen
Das Herzstück des Portals. Hier legst du fest, was dein Kunde überhaupt auswählen kann, und damit, wie viel Umsatz du bei einer Retoure im Shop behältst.
Wichtig zu verstehen: Die Optionen gelten pro Artikel, nicht pro Bestellung. Dein Kunde kann bei einer Bestellung ein Produkt umtauschen und ein anderes zurückschicken.
Artikelentscheidungen
Umtausch/ Ersatz
Der Kunde wählt eine andere Größe, Farbe oder eine Ersatzlieferung.
Varianten-Filter:
- Nur verfügbare Varianten anzeigen: Varianten ohne Lagerbestand werden ausgeblendet. Erspart dir Umtausche, die du gar nicht bedienen kannst.
- Nur Varianten mit eigenem Bild anzeigen: sorgt für eine saubere Auswahlseite ohne leere Kacheln.
Umtausch-Wert Berechnung: mit welchem Wert geht der zurückgegebene Artikel in den Umtausch?
| Option | Wann |
|---|---|
| Bezahlter Preis | Der tatsächlich bezahlte Preis nach Rabatten. Standard und für die meisten Shops die faire Wahl. |
| Original-Listenpreis | Der Preis vor Rabatten. Ideal bei prozentualen Rabattaktionen. |
| Proportionaler Wert | Verteilt den Bestellwert fair auf alle Artikel. Gemacht für 2+1-gratis und Bundle-Angebote. |
Gleiches Produkt = Kostenlos: der Umtausch gegen dieselbe Variante in anderer Größe oder Farbe ist immer kostenlos, ohne Aufzahlung. Der Klassiker beim Größentausch.
Preisdifferenz-Toleranz
Kleine Preisunterschiede beim Umtausch automatisch behandeln, statt sie dem Kunden in Rechnung zu stellen. Zwei Richtungen, jeweils mit eigenem Schwellenwert:
Aufpreis-Toleranz: das neue Produkt ist teurer. Bis zum Schwellenwert wählst du: Kunde zahlt die Differenz oder Aufpreis wird übernommen.
Guthaben-Toleranz: das neue Produkt ist günstiger. Bis zum Schwellenwert wählst du: Differenz als Guthaben zurückgeben oder Differenz einbehalten.
Der typische Anwendungsfall ist der Größentausch: Größere Größen kosten in vielen Sortimenten ein paar Euro mehr, und du willst deinem Kunden nicht drei Euro nachberechnen, nur weil er eine Nummer größer braucht. Setz den Wert am besten so, dass er deine üblichen Größensprünge abdeckt.
Behalten mit Rabatt
Der Kunde behält die Ware und bekommt eine Teilerstattung. Du sparst Rückversand, Wiedereinlagerung und Prüfung. Bei günstigen Artikeln rechnet sich das fast immer.
Den Rabatt-Prozentsatz stellst du zwischen 0 und 50 % ein. Er gilt universell für alle Produkte, lässt sich also nicht pro Artikel staffeln. Rechne einmal durch, welcher Satz über dein gesamtes Sortiment aufgeht.
Zurücksenden
Immer aktiv: volle Erstattung nach Rücksendung. Das musst du ohnehin anbieten, deshalb lässt es sich nicht abschalten.
Guthabenoptionen
Wie bekommt der Kunde sein Geld?
Jetzt shoppen: er nutzt das Guthaben direkt im integrierten Mini-Shop. Mit einem Bonus-Aufschlag bis 30 % gibst du ihm mehr Kaufkraft, als er bezahlt hat (100 € + 10 % = 110 € zum Einkaufen).
Dazu die Shop-Filter: nur Produkte mit Lagerbestand, nur verfügbare Varianten, nur Varianten mit eigenem Bild.
Gutscheincode: Rabattcode per E-Mail, ebenfalls mit Bonus-Aufschlag bis 20 %.
Geld zurück: immer aktiv, Erstattung auf das Zahlungsmittel.
Warum sich der Bonus lohnt: Dein Kunde bekommt mehr, dein Geld bleibt im Unternehmen, deine Liquidität ist geschützt, und die Wahrscheinlichkeit, dass er wieder bei dir kauft, steigt deutlich. Das ist die wirksamste Stellschraube im ganzen Portal.
Produktnavigation
Wie die Produkte im Mini-Shop und bei der Umtausch-Auswahl aufgeteilt werden:
- Alle Kategorien: alle Shopify-Kategorien automatisch als Reiter
- Benutzerdefiniert: eigene Auswahl mit individuellen Namen und Reihenfolge
- Ohne Gruppierung: alle Produkte in einer Liste, gesucht wird im gesamten Sortiment
Bei der benutzerdefinierten Variante kannst du die Kategorien mit guter Marge und gutem Lagerbestand nach vorne stellen.
Bestellung stornieren
Selbst-Stornierung erlauben: solange Shopify die Bestellung noch stornieren lässt, darf der Kunde das im Portal selbst tun. Der Hinweis erscheint dann in der Artikelauswahl.
Die Stornierung wird sofort in Shopify ausgeführt und auf das ursprüngliche Zahlungsmittel erstattet. Teilweise versendete Bestellungen sind ausgeschlossen.
Zusätzlich schaltbar:
- Bestand zurückbuchen: die Artikel wieder dem Lagerbestand zuschreiben
- Shopify-Benachrichtigung senden: Shopify schickt zusätzlich seine eigene Storno-E-Mail
Wenn die Bestellung schon beim Fulfiller liegt, entscheidet Shopify anhand der Fulfillment-App: entweder sofort stornieren oder nur eine Abbruch-Anfrage, über die das Lager entscheidet. Der Kunde sieht dann „Stornierung anfragen" und erfährt das Ergebnis, sobald es da ist; die Erstattung folgt erst nach Zustimmung des Lagers.
Praxis-Stolperstein: Damit das funktioniert, muss die Shopify-App die Fulfillment-Orders lesen dürfen. Ist das nicht der Fall, bleibt der Hinweis bei Bestellungen in Bearbeitung aus, obwohl Shopify selbst den Abbruch noch anbieten würde. Lösung: Shopify einmal neu verbinden.
Die Texte für Hinweis, Rückfrage und Bestätigung pflegst du je Sprache unter Sprache.
Fulfillment-Ort
Von welchem Standort werden Umtausch- und Shop-Now-Bestellungen versandt?
- Automatisch: Shopify bestimmt den Ort über deine Order-Routing-Regeln und Lagerbestände. Für die meisten Shops richtig.
- Fester Standort: immer von einem bestimmten Lager, zum Beispiel wenn du ein eigenes Retourenlager nutzt.